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Mittendrin · 28.10.2026

Halloween x Reformation

Jedes Jahr dieselbe Debatte: Am 31. Oktober ist Reformationstag, da hat Halloween nichts zu suchen. Ich verstehe den Ärger. Kürbisse und Kostüme füllen die Regale, und die Industrie verdient kräftig mit.

Mit erhobenem Zeigefinger gewinnen wir trotzdem kein einziges Kind. Die Kinder wollen sich verkleiden, um die Häuser ziehen und sich ein bisschen gruseln.

Dabei haben beide Feste dieselbe Wurzel. Halloween ist der Abend vor Allerheiligen. Es liegt nahe, dass Luther 1517 diesen Tag im Blick hatte, als er seine Thesen veröffentlichte, denn zu Allerheiligen kamen die Pilger nach Wittenberg.

Und Luther wusste, wie man der Angst begegnet. Den Teufel solle man verlachen, riet er, das halte der stolze Geist nicht aus. Wer sich als Gespenst verkleidet, macht genau das: Er lacht dem Schrecken ins Gesicht.

Die Frage ist also, ob wir am Rand stehen und schimpfen oder den Abend mitfeiern und ihm unsere Geschichte mitgeben. An diesem Tag passt beides zusammen: Kostüm und Kirche, Kürbis und Luther.

Erschienen in der Dithmarscher Landeszeitung