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Wort zum Sonntag · 17.10.2026

Pinke Wäsche

In Dithmarschen hängt Wäsche. In Dörfern, in Städten, an manchen Kirchen. Pinke BHs an langen Ketten. Wer vorbeifährt, guckt zweimal hin. Manche stört das. Unterwäsche an der Kirche? Das gehört sich nicht.

Und genau darum geht es. Über Brüste redet man nicht. Über Brustkrebs nur ungern.

Dabei erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens daran. Viele machen es lange mit sich aus. Bis eine es ausspricht. Der Nachbarin. Der Kollegin. Laut. Das braucht Mut.

Die Bibel erzählt von einer Frau, die seit zwölf Jahren krank ist. Sie fasst sich ein Herz und berührt von hinten den Mantel von Jesus. Er dreht sich um und sieht sie. Dann sagt er: „Hab Mut, Tochter.”

Die Frauen, die im Pinktober über ihren Krebs reden, haben diesen Mut. Sie gehen damit nach draußen. Und machen es anderen leichter. Den Knoten nicht zu ignorieren. Den Termin zur Mammographie zu machen. Lieber bald.

Wem die Kette peinlich ist: Sie hängt draußen, damit keine Frau mit ihrer Angst drinnen bleiben muss.

Erschienen in der Dithmarscher Landeszeitung