Ich habe einen Traum. Einen, der vielleicht anfangs erschreckt.
Roboter und künstliche Intelligenz übernehmen die Arbeit, die uns zermürbt. Die Schichten, die niemand freiwillig macht. Die Tätigkeiten, die den Rücken krümmen und die Seele leer lassen.
Und wir werden frei.
Frei, um endlich das zu tun, wofür wir brennen. Frei, um die Kinder aufwachsen zu sehen. Frei, um den alten Vater zu besuchen, ohne auf die Uhr zu schauen. Frei, um zu malen, zu gärtnern, zu musizieren, zu pflegen — aus Liebe, nicht aus Zwang. Frei, um uns zu engagieren. Für die Nachbarn, für die Gemeinde, für die Welt.
Die Menschen werden nicht faul. Sie arbeiten anders. Für alle, nicht für wenige. Nicht damit Konzerne reicher werden, sondern damit jeder genug hat.
Und niemand muss sich mehr fragen, ob das Geld bis zum Ende des Monats reicht. Niemand muss mehr mit siebzig noch arbeiten, weil die Rente allenfalls eine „Basisabsicherung“ sei.
Jesus zeigt auf die Vögel unter dem Himmel. Die säen nicht und ernten nicht. Und sie haben genug. Ein altes Versprechen. KI ist vielleicht das modernste Werkzeug, das wir je hatten, um es einzulösen.
Vieles macht gerade Angst. Das stimmt. Aber Fortschritt hat immer Angst gemacht. Und hat uns schon oft neue Freiheiten beschert.
Ich träume von einer Welt, in der Maschinen schuften und Menschen aufblühen. In der Arbeit Freude macht, weil sie frei gewählt ist. In der niemand zurückgelassen wird. In der Wohlstand nicht oben bleibt, sondern ankommt — bei allen.
Erschienen in der Dithmarscher Landeszeitung