Wir hier im Norden kennen Stürme. Wenn der Wind über das Land fegt und die Wellen aufpeitscht, wissen wir: Auch das geht vorüber. Doch gegenwärtig tobt ein anderer Sturm um uns herum. Ein Sturm der Meinungen, der Ängste und der vermeintlich einfachen Lösungen, die Politiker:innen aller Lager immer weiter aufpeitschen. Der nicht vorüberzieht.
In der Geschichte von der Sturmstillung erleben die Jünger auch einen Sturm. Auf dem See Genezareth. Und Jesus schläft seelenruhig hinten im Boot während um ihn herum das Chaos tobt. Wie kann er nur schlafen? Was uns sein Schlaf lehrt: Statt auf die Schreihälse am Bug zu schauen, die mit ihren Parolen den Sturm nur verstärken, sollten wir uns nach hinten wenden, wo einer friedlich schläft.
Nicht aus Gleichgültigkeit schläft er dort, sondern aus Gottvertrauen. Ein Vertrauen, das auch uns Gelassenheit schenken will. Denn in den Stürmen unserer Zeit brauchen wir keine falschen Propheten und ihre lauten Parolen. Wir brauchen den Mut, auf die leise Stimme unseres Glaubens zu hören um mit klarem Blick durch die Stürme zu navigieren.
Erschienen in der Dithmarscher Landeszeitung